Der grundlegendste Aspekt des therapeutischen Handelns ist die Aufnahme und Gestaltung einer professionellen Beziehung zu dem Menschen, der uns als Patient begegnet. Diese Beziehung wirkt naturgemäß in beide Richtungen, und sie kann deshalb in beide Richtungen heilsam oder störend sein. Störungen können den Heilverlauf der Erkrankung und das Handeln und Erleben des Arztes oder Therapeuten unerwünscht beeinflussen und sind ein wichtiger Grund für das Ausbrennen, das Burnout, des professionellen Helfers. Um sie heilsam gestalten zu können, benötigt der Arzt oder Therapeut Einsicht in und Reflexion über die Art seiner professionellen Beziehungen und Beziehungsgestaltungen.
Die Balint-Gruppe ist dafür
ein wirksames Werkzeug, um die für Diagnostik und Therapie wichtigen Verhaltensmuster
des Patienten nicht nur durch Beobachtung (die immer auch Deutung ist), sondern
durch die Erfassung der gefühlsmäßigen Reaktionen, die der Patient
im Arzt oder Therapeuten hervorruft, zu erkennen und nutzbar zu machen.
Die Teilnahme an einer Balint-Gruppe ist im Rahmen der Facharztweiterbildungen Allgemeinmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Psychotherapeutische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, sowie für die Erlangung der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ und für die Teilnahme an dem Curriculum „Psychosomatische Grundversorgung“ der Bundesärztekammer obligat.