Besonders Menschen, die sich mit hohem Idealismus, Arbeitseifer und Begeisterung ihrer Arbeit widmen, laufen mit der Zeit Gefahr „auszubrennen“. Dies trifft oft auf Menschen in helfenden Berufen zu, die mit besonders hohem Anspruch ins Berufsleben gestartet sind, und/aber auch auf solche, denen bei anhaltend hohem Einsatz die erstrebte berufliche Anerkennung versagt bleibt oder die glauben, ihren Karrierehöhepunkt bereits überschritten zu haben. Oft steht hinter dem Burnout aber auch eine diffuse Empfindung, häufig in der Lebensmitte, dass man das eigene Leben nicht so führt, wie es eigentlich richtig und erfüllend sein könnte.
Der Weg ins Burnout kann mehrere Jahre dauern. Anfangs nimmt die Lebensqualität kaum merklich ab, aber die Auswirkungen auf die Partnerschaft, die Familie, die Freunde und die Bekannten sind immer erheblich. Die Betroffenen werden innerlich und äußerlich einsam.
Beim Burnout-Syndrom handelt es sich um einen andauernden und schweren Erschöpfungszustand mit sowohl seelischen als auch körperlichen Beschwerden.
In der ersten Phase entwickelt sich oft ein vages Unwohlsein, man fühlt sich allgemein erschöpft, kann sich immer schlechter von den Belastungen der Arbeit erholen, leidet häufiger an Kopf- oder Nackenschmerzen oder anderen, vorübergehenden körperlichen Beschwerden, schläft schlecht und fühlt sich angespannt.
In der zweiten Phase nimmt das Gefühl der Unzufriedenheit zu, man wird gereizt gegen Freunde, Kollegen, die eigenen Kinder. Man fühlt sich betrogen und Empfindungen der Verzweiflung treten auf. Verschiedene körperliche Beschwerden machen sich bemerkbar: z.B. Rücken- oder Brustschmerzen, Bluthochdruck, Beklemmungs- und Angstgefühle, typischerweise, ohne dass der Arzt eine körperliche Ursache feststellen kann. Entspannung wird immer häufiger durch Alkohol oder Medikamente gesucht.
In der dritten Phase treten zusätzlich Gefühle der eigenen Unfähigkeit, Selbstzweifel und Selbstanklagen auf. Das eigene Leben wird als sinnlos empfunden, aus der Ironie wird Zynismus. Man wird misstrauisch und freudlos. Das Leben und die Arbeit laufen mechanisch ab. Schon kleinste Anforderungen führen zur Erschöpfung, man zieht sich immer weiter zurück. Suizidgedanken können auftreten. Professionelle Hilfe ist nun dringend geboten.
Burnout ist kein neues Phänomen. Wie dichtete Wilhelm
Busch?
„Wirklich, er war unentbehrlich! Überall, wo was geschah, zu dem
Wohle der Gemeinde, er war tätig, er war da. Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht, Liedertafel, Spritzenprobe, ohne ihn da ging es
nicht. Ohne ihn war nichts zu machen, keine Stunde hatt´ er frei. Gestern,
als sie ihn begruben, war er endlich auch dabei.“