Eine Intervisionsgruppe nach Michael Balint besteht aus 6 – 12 Lehrern und einem Leiter, der die Gruppe moderiert.
Gegenstand der Gruppenbetrachtung ist eine Lehrer-Schüler/Eltern-Beziehung, die der jeweils vorstellende „Fallgeber“ erhellt und reflektiert haben möchte, weil sie ihm in besonderer Weise „nachhängt“ oder schwierig erscheint. Der Zeitrahmen einer Fallbearbeitung umfasst 90 Minuten. Der Referent beschreibt die Begegnung mit seinem Schüler und/oder dessen Eltern aus der Erinnerung. Durch die Schilderung entsteht ein erlebnis- und gefühlsnaher Eindruck vom Referenten, dem Schüler und/oder seinen Eltern und der aller Beziehung zueinander. Die Gruppenteilnehmer, die diesen Bericht hören, geben anschließend ihren Eindruck, ihre Gefühle und Phantasien dazu wieder. Hieraus entsteht eine komplexe Reflexion der geschilderten Lehrer-Schüler/Eltern-Beziehung.
Der Vortragende bekommt somit konkrete Anregungen für eine neue Sichtweise, eigene „blinde Flecken“ werden erhellt. Die Wirkung des Lehrers auf den Schüler und/oder seine Eltern, und umgekehrt, und die eigenen Verhaltensmuster, die sowohl Bestandteil des Problems als auch der Lösung sein können, werden deutlicher. Die Intervision ermöglicht dadurch einerseits eine begrenzte Selbsterfahrung für den Lehrer und eine Förderung der Kollegialität, andererseits ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden (kommunikations-) psychologischen Zusammenhänge. Damit kann die Arbeit mit Schülern und Eltern wieder erfolgreicher, effektiver und entspannter werden – auch für den Lehrer.